Lux Aeterna - Salzburger Festspiele 2023

Story
Strahlend stand "Lux aeterna" über der gesamten Konzertreihe “Ouverture Spirituelle” der Salzburger Festspiele 2023 (in Reverenz an das György Ligeti - Jubiläumsjahr). Das Klangforum Wien tauchte an vier Konzertabenden ein in tiefste Finsternis und gleißendes Licht — Musik an der Schwelle zur Ewigkeit, geboren aus der Dunkelheit der Stille. Die Kollegienkirche in Salzburg bot den spirituellen Rahmen für dieses außergewöhnliche Programm.

Gemeinsam mit den Solist:innen Florian Müller (Cembalo), Katrien Baerts (Sopran) und Annika Schlicht (Mezzosopran) sowie unter der musikalischen Leitung von Ilan Volkov und Elena Schwarz erstrahlte der Sakralraum der Salzburger Kollegienkirche im Klang des ewigen Lichts.

Das Programm brachte nicht nur die Stärken des Kernrepertoires des Ensembles zum Erklingen. Es bot sich zudem die einmalige Gelegenheit ausgewählte Number Pieces von John Cage parallel zu seinem Film One¹¹ zu hören -- in Anwesenheit von Henning Lohner, der den Film kurz vor dem Ableben von Cage für ihn produzierte und Regie führte.

In nomine lucis | Salzburger Festspiele 2023 | © SF/Marco Borrelli
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In nomine lucis | Salzburger Festspiele 2023 | © SF/Marco Borrelli
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Wo bist du Licht! | Salzburger Festspiele 2023 | © SF/Marco Borrelli
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Wo bist du Licht! | Salzburger Festspiele 2023 | © SF/Marco Borrelli
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"Die Akkorde wirkten wie Schatten, die auf den mitunter flehenden und flüsternden Duktus der Stimme fielen, die auch Jedermann beunruhigend zu denken gegeben hätte.”

So resümierte Der Standard unsere Aufführung von Gérard Griseys Quatre chants pour franchir le seuil, eine Meditation über den Tod, die als spektrale Musik mit starken melodischen und harmonischen Bezügen emotional für ein breites Publikum zugänglich wird.

One11 | Salzburger Festspiele 2023 | © SF/Marco Borrelli
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One11 | Salzburger Festspiele 2023 | © SF/Marco Borrelli
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Notturno | Salzburger Festspiele 2023 | © SF/Marco Borrelli
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Notturno | Salzburger Festspiele 2023 | © SF/Marco Borrelli
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Die Meditation über den Choral „Vor deinen Thron tret’ ich hiermit“ von Sofia Gubaidulina lud ein zum Nachdenken über die zahlensymbolischen Geheimnisse im Werk von J.S. Bach. Mit Claude Viviers Wo bist du Licht! in großer Streicher-Besetzung erklang dessen unverwechselbare Klangsprache, die Einflüsse aus dem asiatischen Raum und unendliche Melodien verbindet. Die Worte der italienischen Mystikerin Maria Maddalena de' Pazzi (16. Jh.) und ihre magnetische Energie der Besessenheit fanden in Infinito Nero von Salvatore Sciarrino durch kontrollierte Kraft sowie virtuose und präzise Agilität des Ensembles ihren Ausdruck zwischen Licht und Dunkelheit.