Martino Traversa — The lost horizon



Im Hinblick auf die meisten meiner Kompositionen der letzten Jahre war deren gemeinsamer Nenner auf eine Art von „utopischem Poststrukturalismus“ (Gaetano Mercadante) rückführbar. The lost horizondagegen begibt sich auf die Suche nach einem „dritten Weg“. Das Resultat ist eine andersartige musikalische Konzeption, die sich ableitet aus der Wiederannäherung an Vergangenes, im besonderen aus dem erneuten Lesen der Werke großer französischer Musiker des 20. Jhdts. – in der Absicht, den musikalischen Diskurs wiederzubeleben, auch durch die Wiedererfindung der syntaktischen Mechanismen, die am besten auf die linguistische Komplexität der Gegenwartsmusik antworten, frei von den Konditionierungen durch ein Lexikon oder eine Gestik, die heute schon zu verbraucht sind. Andererseits halten diese Mechanismen auch Abstand zu Lösungen, die ebenso simplistisch wie inhaltlich arm sind. Das Ganze bleibt in der Spur der großen musikalischen und kulturellen Tradition Europas.

 

The lost horizon wurde geschrieben für Anders Nyqvist und Klangforum Wien.

—Martino Traversa, 2019

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