Martino Traversa — The lost horizon



Im Hinblick auf die meisten meiner Kompositionen der letzten Jahre war deren gemeinsamer Nenner auf eine Art von „utopischem Poststrukturalismus“ (Gaetano Mercadante) rückführbar. The lost horizondagegen begibt sich auf die Suche nach einem „dritten Weg“. Das Resultat ist eine andersartige musikalische Konzeption, die sich ableitet aus der Wiederannäherung an Vergangenes, im besonderen aus dem erneuten Lesen der Werke großer französischer Musiker des 20. Jhdts. – in der Absicht, den musikalischen Diskurs wiederzubeleben, auch durch die Wiedererfindung der syntaktischen Mechanismen, die am besten auf die linguistische Komplexität der Gegenwartsmusik antworten, frei von den Konditionierungen durch ein Lexikon oder eine Gestik, die heute schon zu verbraucht sind. Andererseits halten diese Mechanismen auch Abstand zu Lösungen, die ebenso simplistisch wie inhaltlich arm sind. Das Ganze bleibt in der Spur der großen musikalischen und kulturellen Tradition Europas.

 

The lost horizon wurde geschrieben für Anders Nyqvist und Klangforum Wien.

—Martino Traversa, 2019

 in Werke
15 September 2019
18.00 Uhr
Essen, Welterbe Zollverein, Salzlager Ruhrtriennale Rosen aus dem Süden UA

Das Konzert wird gerahmt von Johann Strauß’ Lagunenwalzer aus Eine Nacht in Venedig und Rosen aus dem Süden in den wunderbaren Arrangements für Harmonium, Klavier und Streichquartett, die Arnold Schönberg für ein Hauskonzert des Vereins für musikalische Privataufführungen geschrieben hatte.

Johann Strauß / Arnold Schönberg — Lagunenwalzer op. 411
Pierluigi Billone — Ebe und Anders
Anton Webern — Symphonie op. 21
Martino Traversa — The lost horizon UA
Giacomo Puccini — Crisantemi
Clara Iannotta — D’après
Salvatore Sciarrino — Archeologia del telefono
Johann Strauß / Arnold Schönberg — Rosen aus dem Süden op. 388

Anders Nyqvist, Trompete
Mikael Rudolfsson, Posaune
Yaron Deutsch, E-Gitarre
Dirigent: Sylvain Cambreling

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