© Jungeun Park
© Jungeun Park

Jungeun Park — Stained-echo

In der Musik gibt es Elemente, welche ohne vorheriges Ereignis auftreten, aus dem Nichts, und solche, welche sich aus einer (möglicherweise) Stereotypenabfolge von Ereignissen herleiten, wie in der Neuen Musik zum Beispiel Schlag und Nachhall.
Eine Musik komplett ohne zusammengehörige Elemente ist für uns unmöglich, weil wir es so gelernt haben und gewohnt sind. Das, was wir hören erweckt in uns vorprogrammierte Erwartungen. Sowohl in tonaler wie auch in atonaler Musik ging es mir immer darum mit den gewohnten Mustern zu spielen und sie zu erweitern oder zu zerstören.

Als ich 2012 nach Deutschland gekommen bin, habe ich verschiedene Kirchen besucht und zum ersten Mal alte Kirchenfenster (stained glass) gesehen, was für mich sehr beeindruckend war. Sie bestehen aus vielen kleinen Stücken mit verschiedenen Farben und Figuren, die zusammen ein großes Bild ermöglichen, es gibt zwischen den Stücken also einen Zusammenhang. Das bedeutet auch, dass die einzelnen Teile abhängig voneinander sind. Dies übertrage ich auf meine Musik, allerdings möchte ich in meinem Stück, in das Gesamtbild, die große Form, unabhängige Teile und Materialen mischen.

Also unerwartete Wendungen oder plötzliche Stops in der Entwicklung, oder unnatürliche Prozesse, wie zum Beispiel ein Nachhall der zu einem vorherigen Klang gehört wurde, aber beim aktuellen Klang auftaucht usw. Wie beim Kirchenfenster haben die kleinen Teile des Stücks verschiedene Charakteristika. Ich hoffe, dass ich bei meiner Zusammenstellung der kleinen Stücke zu einem großen Ganzen dennoch unerwartete Momente erzeugen kann, damit daraus neue Einsichten für den Hörer entstehen können.
—Jungeun Park, 2018

 in Werke
13 Februar 2019
18.00 Uhr
Wien, Diehlgasse 51 impuls Academy and Festival Diskussion: Komposition und Interpretation
Freier Eintritt

Im Rahmen von "impuls" öffnet das Klangforum Wien seine Pforten für eine öffentliche Probe. Im Anschluss, diskutieren der Dirigent Ilan Volkov, die MusikerInnen des Klangforum Wien, sowie die - mit impuls Kompositionsaufträgen betrauten - KomponistInnen Nuno Costa, Timothy McCormack, Jungeun Park, Chris Swithinbank und Hakan Ulus darüber, welche Synergien, aber auch welche Schwierigkeiten sich im Austausch zwischen KomponistInnen und InterpretInnen ergeben können. Es moderiert Doris Weberberger.

Diskussion in englischer Sprache!


Chris Swithinbank — this line comes from the past (öffentliche Probe)
Fragerunde mit den MusikerInnen
Diskussion mit Ilan Volkov, den KomponistInnen und den MusikerInnen des Klangforum Wien

Dirigent: Ilan Volkov

Eine Veranstaltung von impuls in Kooperation mit mica - music austria und dem Klangforum Wien.

15 Februar 2019
19.30 Uhr
Graz, Helmut List Halle impuls Academy and Festival Preisträgerkonzert 5 UA

Das Konzert präsentiert die Uraufführungen der PreisträgerInnen des impuls. Internationaler Kompositionswettbewerb und findet im Rahmen der impuls. 11. Internationale Ensemble- und Komponistenakademie für zeitgenössische Musik statt.

Nuno Costa — Lillar-D UA
Timothy McCormack — Sediment UA
Jungeun Park — Stained-echo UA
Chris Swithinbank — this line comes from the past UA
Hakan Ulus — TāHā UA

Dirigent: Ilan Volkov

Vor dem Konzert:
Composers´ Talk
mit Nuno Costa, Timothy McCormack, Jung-Eun Park, Chris Swithinbank und Hakan Ulus, 18.30 Uhr


Die KomponistInnen über ihre neuen Werke:
Nuno Costa — Lillar-D
Timothy McCormack — Sediment
Jungeun Park — Stained-echo
Chris Swithinbank — this line comes from the past
Hakan Ulus — Tā Hā


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