© Friedrich Cerha
© Friedrich Cerha

Friedrich Cerha — Kurzzeit

In den letzten Jahren sind einige Stücke entstanden, in denen eine bestimmte strukturelle Konstellation ganz in den Vordergrund tritt und andere fast völlig fehlen. Sie haben gewissermaßen Studiencharakter, sind aber keine kompositorischen Fingerübungen. Durch die formale Architektur und die Erzählweise des Geschehens bleibt der Werkcharakter immanent. Das Ensemblestück Kurzzeit gehört dazu.

Es gibt in diesem Stück keine Melodik und keine Thematik. Aus dem Nichts heraus entsteht durch die Überlagerung von Gruppen schneller Tonwiederholungen in den einzelnen Stimmen ein vielfarbiges polyrhythmisches Geflecht. Bei Geringstimmigkeit wird es im ersten und dritten Teil des Werks als solches wahrgenommen, bei größerer Dichte entstehen eher summarische Eindrücke, z.B. im zweiten Teil, der im ff mit deutlicher Pulsation beginnt und in dem sich aus einer polymetrischen Verdichtung allmählich wieder eine Pulsation herausschält. Elemente aus dem ersten Teil treten andeutungsweise krebsartig im letzten wieder auf.
—Friedrich Cerha, 2018

 in Werke
21 November 2018
19.30 Uhr
Wiener Konzerthaus, Mozart-Saal Wien Modern Erste Bank Kompositionspreis UA EA

Komponistin, Sängerin, Energiebündel und Ausnahmeerscheinung – Agata Zubel, die aktuelle Preisträgerin des Erste Bank Kompositionspreises 2018, steht an diesem Abend live auf der Bühne. Frei nach Shakespeare stellt sie mit ihrem ausdrucksstarken Monodram „Cleopatra’s Songs” eine starke Frauenpersönlichkeit in den Mittelpunkt des Abends.
Das Klangforum Wien bringt die Klopfzeichen von Friedrich Cerhas jüngstem Ensemblewerk „Kurzzeit” erstmals in Wien auf die Bühne. Eine große Uraufführung eröffnet den Abend, Wolfram Schurigs „fünf ostinati das vaterland zu besingen” nach Gedichten, mit denen die Schriftstellerin Daniela Danz der Frage nachspürt, was die Gesellschaft in Europa zusammenhält. (wien modern)

Agata Zubel — Cleopatra's Songs EA
Friedrich Cerha — Kurzzeit
Wolfram Schurig — fünf ostinati
UA

Agata Zubel, Sopran
Dirigent: Johannes Kalitzke

Mit freundlicher Unterstützung der SKE / austro mechana.




Der Komponist Wolfram Schurig über sein neues Werk:
Wolfram Schurig — fünf ostinati

5 Oktober 2018
21.00 Uhr
Graz, Helmut List Halle Musikprotokoll Kurzzeit UA UA

Das Klangforum Wien lädt mit Houses, einer Uraufführung des jungen amerikanischen Komponisten Jeff Weston, zu einer musikalischen Reise ein. Das daran anschließende Stück für E-Gitarre und Akkordeon stammt von der Komponistin Chaya Czernowin. Darauf folgt ein Solostück für Bratsche, eine Komposition von Fred Frith, die vom Klangforum-Bratschisten Dimitrios Polisoidis zur österreichischen Erstaufführung gebracht wird. In der 51. Ausgabe des Festivals ist Friedrich Cerha mit seiner neuen Arbeit Kurzzeit vertreten. (musikprotokoll)

Chaya Czernowin — Knights of the strange
Fred Frith — Woulda, coulda, shoulda
Jeff Weston — houses
UA
Friedrich Cerha — Kurzzeit
UA

Dimitrios Polisoidis, Viola
Yaron Deutsch, E-Gitarre
Krassimir Sterev, Akkordeon
Dirigent: Johannes Kalitzke

Die Komponisten über ihre neuen Werke:
Jeff Weston — houses
Friedrich Cerha — Kurzzeit

Artist Talk/Keynote: Chaya Czernowin
13.00 Uhr, Palais Meran, Florentinersaal, Graz
Die Komponistin Chaya Czernowin und Doktorand/innen des Orpheus Instituts Ghent und der Musikakademie Malmö, geben Einblick in ihre interdisziplinäre Forschungspraxis und Ergebnisse.

Jeff Westons Komposition ist ein Auftrag des Ernst Krenek Instituts in Kooperation mit impuls. Internationale Ensemble- und Komponistenakademie.

Top