Lorenzo Troiani — We are destroyed
Lorenzo Troiani, We are destroyed; ©Kounellis, Ohne Titel, 1987/88
Lorenzo Troiani, We are destroyed; ©Kounellis, Ohne Titel, 1987/88

Was geschieht, wenn wir versuchen, die Dinge im Negativ zu sehen? Nur den Schatten, den sie werfen. Wie eine Radierung.
Und das Licht ausmachen. Wenn wir auf das strahlende Leuchten der frontalen Ansicht verzichten. Wir sind hier, Teil einer Topographie, die aus dürren Flächen besteht, aus verformten Gestalten, labilem Pulsieren.

In Dunkelheit. Und wir können nur undeutliche Umrisse erkennen.
Wir bewegen unsere Hände. Sie tauchen aus der Dunkelheit auf und verschwinden langsam wieder. Immer noch hier, blicken wir auf die sich auflösenden Grenzen. Unsere eigenen Grenzen. Denn auch wir sind wie eingraviert.
Und so beginnen wir zu fühlen, wie die Dinge pulsieren, oszillieren. Denn sie sind lebendig, so nackt. Und auch wir sind nackt, ohne Grenzen. Zerstört.
Wie Seiltänzer. Auf den Ruinen oszillierend.

We are destroyed geht von diesem Punkt aus, indem es einen Organismus entwickelt, einen verwundeten Körper, einen unablässigen Übergang von einem Klangzustand zum nächsten. Es arbeitet an den Ruinen, an den Rändern, an der randständigen Perspektive.

(Lorenzo Troiani, 2016)

Lorenzo Troiani, We are destroyed
Lorenzo Troiani, We are destroyed; ©Kounellis, Ohne Titel, 1999
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