Symposion. Ein Rausch in acht Abteilungen


Süffig und sexy. Draußen die Überlegung: Ob man Konzerte nicht prinzipiell überhaupt nur noch in dieser Form veranstalten sollte?
(Der Standard)

Langsam und mit Anmut haben sich die Alten bei ihren Zusammenkünften betrunken. Die Grundannahme der Symposia war, dass der Wein als das Geschenk der Götter an die Menschen einen eigenen Zugang zum Göttlichen, ja zur Gottheit und zur Wahrheit eröffnen könnte, wenn er in der richtigen Weise genossen würde.

Das Klangforum Wien ist die Wege der athenischen Weisen des 6. Jahrhunderts vor Christus zum ersten Mal im Jahr 2001 nachgegangen. Die Erfahrung mit dieser antikischen Sozialtechnik ist seither bei allen Aufführungen in Wien, Venedig, Salzburg, Dresden, Budapest, Bozen, Donaueschingen, Margreid und Luxemburg gleich und gleich glückhaft geblieben: Eine gleichschwebende Gesamtstimmung trägt ein gemeinsames, intensives Hörerlebnis während dieses achtstündigen Konzerts, das noch kein Gast vor seinem Ende verlassen hat.

Musik unserer Zeit, gehört unter den langsam sich verändernden Wahrnehmungs-bedingungen geruhsamer Berauschung. Pölster, Futons und bequeme Sitzgelegenheiten bilden eine Installation, die von den Gästen während der Konzerte nach Belieben bewohnt wird. In längeren Pausen werden Speisen und Weine gereicht. Im Lauf einer langen Nacht treten sehr allmählich verschiedene Stadien der Berauschung ein. Ein Wandel zwischen apollinischer und dionysischer Welt, deren Grenzen im Lauf der Nacht verschwimmen und verschwinden. 

Mit Werken von: Pierre Boulez, John Cage, Cesar Camarero, Morton Feldman, Beat Furrer, Bernhard Gander, Georg Friedrich Haas, Gustav Mahler, Olga Neuwirth, Terry Riley, Giacinto Scelsi, Salvatore Sciarrino, Iannis Xenakis u.a.

Anders möchte man Neue Musik eigentlich nicht mehr hören. (Falter, 26.10.2001)

Ein Rausch für alle Sinne. Und die Zuhörer sind dankbar für ein „Symposion“ der Extraklasse. Bravo! (Kurier, 1.4.2004)

Süffig und sexy. Draußen die Überlegung: Ob man Konzerte nicht prinzipiell überhaupt nur noch in dieser Form veranstalten sollte?
(Der Standard)

7 September 2001
Wien MuseumsQuartier Symposion UA

Mahler/Schönberg/ Riehm — Das Trinklied vom Jammer der Erde
Theo Verbey — Inversie
Misato Mochizuki — Chimera
Peter Ablinger — Ohne Titel/ für 14 Instrumentalisten
Georg Friedrich Haas — Wer wenn ich schire, hörte mich…
Galina Ustvolskaya — Oktett
Giacinto Scelsi — Anahit
Christan Wolff — Tilbury I-III
Terry Riley — In C
Iannis Xenakis — Psappha

30 Januar 2004
Wien, MuseumsQuartier, Halle E Out of Control Symposion
31 Januar 2004
Wien, MuseumsQuartier, Halle E Out of Control Symposion
13 Februar 2004
Wien, Museumsquartier, Halle E Out of Control Symposion
14 Februar 2004
Wien, Museumsquartier, Halle E Out of Control Symposion
5 November 2005
Margreid, Südtirol Casòn Hirschprunn Symposion
31 August 2006
Hallein, Perner Insel Salzburger Festspiele Symposion
14 Oktober 2006
Budapest, Jövo Háza Teátrum Budapest Autumn Festival Symposion
16 Februar 2007
Wien, MuseumsQuartier, Halle E Out of Control Symposion
17 Februar 2007
Wien, MuseumsQuartier, Halle E Out of Control Symposion
19 Mai 2012
Hamburg, Kampnagel Elbphilharmonie Symposion
25 Oktober 2014
17.00 Uhr
Hellerau, Festspielhaus Tonlagen Symposion – Musik und Klang

Symposion – Musik und Klang. Ein Rausch in acht Abteilungen

Langsam und mit Anmut haben sich die Alten bei ihren Zusammenkünften betrunken. Die Grundidee der attischen Symposia war, dass der Wein, als Geschenk des Dionysos an die Menschen, einen besonderen Zugang zum Göttlichen, eine via regis zur Gottheit und zur Wahrheit eröffnen könnte, wenn er in der richtigen Weise genossen würde. Der Kreis um Sokrates, wie er uns in Platos Symposion vorgestellt wird, muss dieser Vorstellung in der einen oder anderen Weise angehangen haben.

Mit seinem Symposion geht das Klangforum Wien die Wege der Antike nach. Musik unserer Zeit, gehört unter den langsam sich verändernden Wahrnehmungsbedingungen geruhsamer Berauschung. Pölster, Futons und bequeme Sitzgelegenheiten bilden eine Installation, die von den Gästen nach Belieben bewohnt wird. In längeren Pausen werden Speisen und Weine gereicht.

Der gleichzeitig gelöste und gehöhte Zustand, der sich bei den Symposia regelmäßig einstellt, dient der freisinnigen und fröhlichen Erörterung wesentlicher Dinge des menschlichen Lebens. Die Frage des Verhältnisses von Klang und Musik hat nicht nur für Plato, sondern auch für Giacinto Scelsi zu diesen wesentlichen Dingen gezählt. Giacinto Scelsi, dessen Klangdenken und Musikschaffen im Mittelpunkt dieser langen Nacht stehen wird, hat dazu – ebenso wie Plato – Überraschendes und Inspirierendes zu sagen gewusst. 

Das Symposion wird in einem achtstündigen convivium breiten Raum für die Erfahrung des Klanges bieten, für das Erlebnis seiner musikalischen Transformation und zum Austausch frei assoziierender Reflexion. – Ein Wandel zwischen apollinischer und dionysischer Welt, deren Grenzen im Lauf der Nacht verschwimmen und verschwinden. (sh)

Giacinto Scelsi — Anahit
    — Rucke di Guck 
    — Mantram
    — Tre pezzzi
    — Aitsi
    — 4. Streichquartett
    — Elohim
    — I presagi
    — Okanagon
Ragnhild Berstad — cardinem 
Pierluigi Billone — Mani.Stereos
Agata Zubel — NOT I
Klaus Lang — der dünne wal.
Georg Friedrich Haas — Introduktion und Transsonation
James Tenney — 'Scend for Scelsi 
Uli Fussenegger — San Teodoro 8.1

Agata Zubel, Sopran
Markus Deuter, Oboe
Gerald Preinfalk, Saxofon
Gunde Jäch-Micko, Violine
Uli Fussenegger, Kontrabass
Krassimir Sterev, Akkordeon
Peter Böhm & Florian Bogner, Klangregie
Dirigent: Johannes Kalitzke

26 September 2015
17.00 Uhr
Brixen, Damiani-Holz&Ko Transart Symposion

Gustav Mahler — Das Trinklied vom Jammer der Erde
Dieter Ammann — Le réseau des reprises
Johannes Kalitzke — Angels Burnout Graffiti
Georg Friedrich Haas — in vain
Bernhard Gander — fluc'n'flex
Beat Furrer — linea dell'orizzonte
Terry Riley — In C
Uli Fussenegger — San Teodoro 8.1.

Markus Schäfer, Tenor
Krassimir Sterev, Akkordeon

Peter Böhm & Florian Bogner, Klangregie
Dirigent: Bas Wiegers

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