Matthias Pintscher

Matthias Pintscher

1971 geboren am 29. Januar in Marl
1988 Studienaufenthalt in London; Kompositionsstudium bei Giselher Klebe an der Hochschule für Musik in Detmold
1990 Begegnungen mit Hans Werner Henze; Einladung nach Montepulciano zu den „Cantiere Internazionale d'Arte"
1991/92 1991 Förderpreis des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart
1992 - 1994 Kompositionsstudium bei Manfred Trojahn an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf; Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes
1992 1. Preis beim Hitzacker-Kompositionswettbewerb 1. Preis beim Kompositionswettbewerb des Agosto Corcianese (Perugia)
1993 Stipendium „Rolf-Liebermann-Preis" der Körber-Stiftung Hamburg für Opernkomposition; Wilfried-Steinbrenner-Stipendium der Dramatiker-Union Berlin
1993/94 Paris-Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
1994 Einladung zum Wiener Kompositionsseminar mit Peter Eötvös / Helmut Lachenmann und dem „Klangforum Wien"; „Prix de la SACEM" (Paris)
1995 Einladung zum Symposium „Komponist/ Dirigent" beim Festival „Musik der Jahrhunderte" Stuttgart unter Peter Eötvös; „Kasseler Kunstpreis"
1996 DAAD-Stipendium für einen Jahresaufenthalt in London; Preis für Opernkomposition der Körber-Stiftung Hamburg für „Thomas Chatterton"
1997 Composer in residence bei den Salzburger Festspielen u.a. Uraufführung der „Fünf Orchesterstücke“ durch das Philharmonia Orchestra London unter Kent Nagano
1998 Uraufführung der Oper „Thomas Chatterton" an der Sächsischen Staatsoper (Semperoper) Dresden
1999 Prix Prince Pierre de Monaco für „Thomas Chatterton"; Kulturpreis der VR-Leasing AG (Frankfurt); Uraufführung der „Herodiade-Fragmente“ durch das Berliner Philharmonische Orchester unter Claudio Abbado (Sopran: Christine Schäfer)
1999/2000 "Composer in residence" am Nationaltheater Mannheim
2000 Kompositionspreis der Salzburger Osterfestspiele; Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals; Uraufführung von „Sur‘Départ‘“ durch das NDR-Sinfonieorchester unter Christoph Eschenbach 
2000-2002 "Composer in residence" beim Cleveland Orchestra dort Uraufführung von „with lilies white“ durch Christoph von Dohnányi 
2001 Grand Prix l' Académie Charles Gros für Teldec CD in der Reihe „New Line"; Cecilia-Preis (Belgien)
2002 Hans-Werner-Henze-Preis (Westfälischer Musikpreis)
2002/2003 „Composer in residence" am Konzerthaus in Dortmund
2003 Alte Oper Frankfurt „Auftakt“-Komponistenporträt und Symposium; Uraufführung des Violinkonzertes „en sourdine“ durch die Berliner Philharmoniker unter Peter Eötvös (Solist: Frank Peter Zimmermann)
2004 Uraufführung von „L'Espace dernier" an der Opéra Bastille, Paris; Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München; Debut in der Carnegie Hall, New York, mit dem Werk „Hérodiade Fragmente“; In den USA Zusammenarbeit u.A. mit Cleveland Orchestra, Philadelphia Orchestra, Chicago Symphony Orchestra
2006 Uraufführung des Cellokonzertes „Reflections on Narcissus“ durch das Orchestre de Paris unter Christoph Eschenbach (Solist: Truls Mork); Uraufführung des Orchesterwerkes „Osiris“ durch die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle; composer in residence” bei Ars Musica (Brüssel) „composer in residence“ beim Lucerne Festival, dort u.a. Uraufführung von „Transir” für Flöte und Kammerorchester durch Emmanuel Pahud und das Mahler Chamber Orchestra unter Daniel Harding
2006/7 composer in residence beim RSO Saarbrücken
Ab 2007 künstlerischer Leiter des „Heidelberger Ateliers“ im Heidelberger Frühling 2007 Professur an der Hochschule für Musik und Theater in München
2007/8 „composer in residence“ an der Kölner Philhamonie
2008 Uraufführung von „Osiris“ durch Pierre Boulez und des Chicago Symphony Orchestra
2008/2009 Artist in residence beim RSO Spektrum des Radiosinfonieorchesters Stuttgart 
Matthias Pintscher arbeitet als Dirigent mit renommierten Orchestern und Ensembles weltweit: so z. B. mit dem ensemble modern (Frankfurt), ensemble intercontemporain (Paris), Klangforum Wien, Avanti! (Helsinki), ensemble contrechamps (Genf), remix ensemble (Porto), Scharoun-Ensemble der Berliner Philharmoniker, The Cleveland Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Staatskapelle Berlin, DSO Berlin, RSO Berlin, NDR Hamburg, SWR Stuttgart, MDR Leipzig, Museumsorchester Frankfurt, RSO Wien, Luzerner Sinfonieorchester, Danish Radio Symphony Orchestra, Orchestre National de Strasbourg, Hamburger Philhamoniker, Orchestre National de Begique, Orchestre Philhamonique de France
Der Komponist lebt in Frankfurt und in Paris.

sonic eclipse:occultation
Mit Sonic Eclipse komponiert Matthias Pintscher einen neuen dreiteiligen Zyklus für Ensemble. Die ersten beiden Teile, Celestial Object I und II, werden vom Scharoun Ensemble in Berlin und Zermatt bei der Sommerakademie der Berliner Philharmoniker uraufgeführt, und der dritte, Occultation, vom Klangforum Wien anlässlich seines 25jährigen Bestehens 2010 in Witten. 
Das Phänomen der Eklipse, also des Übereinanderschiebens von Himmelskörpern und der gegenseitigen Verdunkelung im Moment der vollständigen Abdeckung („occultation“), ist Sinnbild für einen kompositorischen Vorgang der Annäherung und schließlich momentanen Verschmelzung von völlig verschiedenartigen Elementen. „Die musikalische Idee ist, dass im ersten Stück die Trompete und im zweiten das Horn eine Solistenfunktion übernehmen. Die Konturen der beiden Stücke werden im dritten Teil quasi übereinander gelegt, wobei das Material der beiden Stücke total heterogen ist und im Moment des Beieinanderseins miteinander verschmilzt. Mich hat interessiert, das Repertoire von zwei sehr unterschiedlichen Instrumenten, die doch einer Familie angehören, zu untersuchen und die beiden Instrumente sehr verschieden klingen zu lassen. Dieses ganz heterogene Klang- und Gestaltungsrepertoire wird langsam zusammen und übereinander geführt und schließlich auch das Ensemble hineingezogen, so dass alles wirklich zu einer Stimme, einem Instrument und Klanggestus verschmilzt und anschließend wieder auseinanderfällt. Bildlich entspricht dies genau der Eklipse.“ (Marie Luise Maintz)
2010 September
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