
Tristan Murail
Tristan Murail ist 1947 in Le Havre geboren.
Obwohl er sich seit seiner frühen Jugend für die Musik interessiert hat, ist es überraschend, festzustellen, daß er Arabisch und Wirtschaft studiert hat. Währenddessen hatte sein einziger Professor der Komposition, Olivier Messiaen, entscheidenden Einfluß auf Murail, den er in seiner Klasse am Konservatorium von Paris richtungsweisend geführt und ermutigt hat.
Obwohl er sich seit seiner frühen Jugend für die Musik interessiert hat, ist es überraschend, festzustellen, daß er Arabisch und Wirtschaft studiert hat. Währenddessen hatte sein einziger Professor der Komposition, Olivier Messiaen, entscheidenden Einfluß auf Murail, den er in seiner Klasse am Konservatorium von Paris richtungsweisend geführt und ermutigt hat.
Nachdem er den Preis von Rom erhalten hat, trifft er den italienischen Komponisten Giacinto Scelsi, der mit einer sehr persönlichen - um nicht zu sagen orientalischen - Annäherung seiner Musik auf ihn einen tiefen Eindruck macht. Mit einigen anderen talentierten französischen Komponisten seiner Generation gründet er das Avantgarde-Ensemble „L’Itineraire", das sich u.a auf die Wechselwirkung zwischen klassischen und elektronischen Instrumenten spezialisiert. Tristan Murail spielt bei ihnen oft die Ondes Martenot oder die Synthesizer. Er hat auch Forschung am IRCAM betrieben und Vorlesungen gehalten und konnte dort seine innovative Arbeit mit Computern weiterverfolgen.
Er vergleicht seine Akustikforschung mit der Arbeit der Renaissance-Künstler, die den menschlichen Körper bis auf kleinste Details sezierten und studierten, bevor sie ihn realistisch darstellten. Murail studiert die Psycho-Akustik, die komplexen Ausdrucksformen, deren Höhen, Klang and Rhythmus wir wahrnehmen damit wir uns mit neuen und anregenden Klangwellen nähren. Das Resultat ist eine Musik, die ganz auf Transformationen, einem Klangcontinuum ähnlich einem Lavastrom, aufgebaut ist. Murail ist ein bemerkenswerter Orchestrator; er hat neue Rhythmustechniken und neue Bezeichnungen erfunden, aber sein originellster Beitrag liegt in seiner Harmonie, deren äußerst komplexe Akkorde nicht mehr durch die temperierte 12-Tonleiter eingeengt werden.


