César Camarero

César Camarero

Geboren in Madrid 1962. 1977 emigrierte er mit seiner Familie nach New York, wo er sein Musikstudium begann. 1983 wurde er für sein Werk „Metamorfosis“ für 16 Akkordeons und Streichorchester mit dem Broadcast Music Inc. Young Composers Award ausgezeichnet. Seit 1985, als sein Streichquartett „El silencio va más deprisa al rev´s“ für den Gaudeamus Wettbewerb in Holland nominiert wurde, sind seine Werke bei zahlreichen Festivals, vor allem in Europa, vertreten (Middelburg Festival und Gaudeamus Music Week – Holland, Roma Europa, Alicante Festival, Madrid National Auditorium, WDR Cologne, Festival „Presences“, Radio France, etc.), interpretiert durch die besten Ensembles für zeitgenössische Musik ( Xenakis Ensemble, Freon Ensemble, Musique Nouvelle Bordeaux, Proyecto Guerrero, Plural Ensemble, Miquel Berat, Trio Arbós, Nouvel Ensemble Modern, Klangforum Wien, etc.). Er war Composer in Residence an der Spanischen Akademie der Schönen Künste 1992 – 1993, sowie am Casa Velazquez in Madrid 1999.
Seine Werke wurden mit folgenden Preisen ausgezeichnet:
„Villa de Madrid“ 2001
„Guido d´Arezzo“ 1998
“ Hannover Biennale” 1997
“Pablo Sorozábal” 1995
“Ciudad d´Alcoi” 1994
“Broadcast Music Inc.” 1983
Zahlreiche Kompositionsaufträge durch Institutionen wie C.D.M.C., Kulturministerium Spanien, Fundación Caja de Madrid, Spanisches Nationalorchester, Musica de Hoy, Junta de Andalucia, etc.
César Camarero lebt seit 1998 in Sevilla.
2006 erhielt er den Nacional Music Prize des Spanischen Kulturministeriums.

Klangfarbenphonie 2 - Eine Zen-Geschichte
Zwei Mönche aus einem Orden, dessen Mitglieder Frauen nicht berühren dürfen, wandern eines Tages  über das Land. An einem Fluss treffen sie eine Frau, die sie bittet, sie mögen sie auf den Armen über den Fluss tragen, damit sie nicht nass werde. 
Der erste Mönch sagt nein, es sei ihnen nicht erlaubt, Frauen zu berühren. 
Der zweite Mönch sagt ja, nimmt sie auf seine Arme und überquert mit ihr den Fluss. 
Am anderen Ufer angekommen, verabschieden sich die Frau und die beiden Mönche voneinander und gehen ihrer Wege. Die Mönche wandern ein Stück weiter. Schließlich kann sich der erste Mönch nicht mehr zurückhalten und sagt zum zweiten Mönch: „Was hast du da getan? Du weißt doch, dass wir Frauen nicht berühren dürfen. Warum hast du diese Frau hinübergetragen?“
Da antwortet der zweite Mönch: „Ich habe die Frau auf meine Arme genommen, habe den Fluss überquert und sie am anderen Ufer zurückgelassen, du aber trägst sie noch immer in deinem Geist.“ (Zitat von Barnett Newman)
 
„Die Ästhetik ist für die Künstler wie die Ornithologie für die Vögel“ (Gedicht von Rafael Pérez Estrada)
Ich weiß nur, dass das Gedicht, wenn ich es öffne, bluten muss. 
(Zitat von Picasso)
„Wenn ich Ihnen erkläre, was dieses Bild aussagen will, werden sie zwar die Erklärung verstehen, nicht aber das Bild.“
(Text von Aurelio José Laguerre)
 
1
ein Glas Wasser an einem Fenster in Amalfi 
2
eine Landschaft am Nordpol im Lichte des Vollmonds 
3
ein Traum über einen unerträglichen Bau, aus dem man unmöglich herauskommen kann 
4
die Gezeiten, geformt vom Wind in einem Weizenfeld in Transsylvanien
5
ein magisches Wort, an das du dich endlich erinnerst, nach vielen Jahren
6
Der frische Morgen streicht nach und nach wie ein Fantom über die Haut.  
(César Camarero)
2010 September
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