
Germán Toro-Pérez
Geboren in Bogotá.
Kompositionsstudium in Bogotá bei Luis Torres Zuleta undin Wien bei Erich Urbanner. Danach ergänzende Studien in Elektroakustik in Wien (ELAK) und Paris (IRCAM).
Kompositionspreise für Arco für 2 Klaviere im 1/4-Ton Abstand (Wien 1996) und Estudio de ruidos y Campanas für Tonband (Bogotá 1997 und Bourges 1998).
Österreichisches Staatsstipendium für Komponisten 1997, Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich 1999, Kompositionspreis der Erste Bank 2001, Theodor-Körner-Preis 2003.
Arbeitsstipendien des IMEB Bourges, (1998, 1999) und der Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung, Freiburg, (2001, 2002). Seine Musik wurde in Lateinamerika, Europa, Süd Korea und die USA präsentiert.
Seine bisherige Arbeit besteht aus mehr als 30 Werken, darunter Kompositionen für Orchester, Instrumentalensemble, kleinere Besetzungen mit und ohne Elektronik, elektroakustische Kompositionen sowie multimediale Arbeiten in Zusammenhang mit Graphik, Video und bildender Kunst. Manche seiner Arbeiten nehmen Bezug auf Künstler wie Mark Rothko, Adolf Wölfli, Michelangelo, Fernando Pessoa, Jorge Luis Borges, Italo Calvino und Juan Rulfo.
Er ist seit 2002 Leiter des Lehrgangs für Computermusik und elektronische Medien an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien.
Kompositionsstudium in Bogotá bei Luis Torres Zuleta undin Wien bei Erich Urbanner. Danach ergänzende Studien in Elektroakustik in Wien (ELAK) und Paris (IRCAM).
Kompositionspreise für Arco für 2 Klaviere im 1/4-Ton Abstand (Wien 1996) und Estudio de ruidos y Campanas für Tonband (Bogotá 1997 und Bourges 1998).
Österreichisches Staatsstipendium für Komponisten 1997, Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich 1999, Kompositionspreis der Erste Bank 2001, Theodor-Körner-Preis 2003.
Arbeitsstipendien des IMEB Bourges, (1998, 1999) und der Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung, Freiburg, (2001, 2002). Seine Musik wurde in Lateinamerika, Europa, Süd Korea und die USA präsentiert.
Seine bisherige Arbeit besteht aus mehr als 30 Werken, darunter Kompositionen für Orchester, Instrumentalensemble, kleinere Besetzungen mit und ohne Elektronik, elektroakustische Kompositionen sowie multimediale Arbeiten in Zusammenhang mit Graphik, Video und bildender Kunst. Manche seiner Arbeiten nehmen Bezug auf Künstler wie Mark Rothko, Adolf Wölfli, Michelangelo, Fernando Pessoa, Jorge Luis Borges, Italo Calvino und Juan Rulfo.
Er ist seit 2002 Leiter des Lehrgangs für Computermusik und elektronische Medien an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien.
Inventario IV - Wespensterben
Hommage a José María Arguedas
für grosses Ensemble und elektronische Klänge (2007-09)
Auftragskomposition für das Klangforum, Wien
Die Formulierung von Gedanken zu Kompositionen, die im Verhältnis zu extramusikalischen Elementen stehen, birgt die Gefahr, Erwartungen zu erwecken, die beim Hören nicht erfüllt werden können. Das war bisher bei Stücken wie 'Stadtplan von New York, Musik nach Adolf Wölfli' und 'Rulfo/voces/ecos' der Fall, bei 'Wespensterben, Hommage a José Maria Arguedas' kann das ebenfalls geschehen. Das Stück ist nicht nur eine Huldigung an einem Schriftsteller, sondern auch eine Auseinandersetzung mit seiner Sprache. Dennoch geht es nicht darum, Geschichten nachzuerzählen, Personen oder Bilder zu evozieren, den Rhythmus der Sprache nachzuzeichnen oder dergleichen. Es geht darum, in seiner Sprache Hinweise für die Formulierung von musikalischem Material aufzuspüren, das nach einem Abstraktionsprozess in der Komposition autonom verarbeitet wird. Es besteht jedoch die Überzeugung, dass eine innere Verbindung zu dieser Sprache besteht, dass Spuren davon unter der hörbaren Oberfläche weiter wirken.
Arguedas Sprache als unübersetzbare Mischung von Spanisch und Quechua macht den Konflikt zwischen zwei Welten sichtbar. Besonders in seinem unvollendeten Roman und zugleich tragischen Tagebuch 'El Zorro de Arriba y el Zorro de Abajo' (1969) grundlegend auf Spanisch geschrieben, sind Syntax, Rechtschreibung, Phrasierung und Zeitstruktur durch Sprachelemente aus dem Quechua und aus vielen Dialekten Perus verändert. Seine Sprache entsteht aus der Vermischung der verschiedenen Sprachwelten, die in der aufwallenden Fischerstadt Chimbote aufeinander prallen und die heterogene Materie bilden, aus der die moderne Kultur Perus besteht. Arguedas Welt, sowohl literarisch als auch biografisch, ist eine Welt in Konflikt, eine bis ins letzte Konsequenz ausgelebte Zerrissenheit, bedingt durch seine aussergewöhnliche Stellung zwischen zwei Kulturen. Seine Sprache ist Schrei, exaltiert-enigmatische, luzide Predigt und innerer Abgesang.
Das dreiteilige Stück ist das vorläufige Ende einer Reihe von Kompositionen, 'Inventario (Inventur) I-IV', die Kontinuität als akustische bzw. mentale Konstruktion, Illusion und Täuschung, Bruch als die Konstante unserer Zeiterfahrung thematisieren. (Germán Toro-Pérez)


