Portrait Hannes Kerschbaumer
© rol.art-images
Teatro Farnese, Parma
© Fondazione Prometeo

Hannes Kerschbaumer — schraffur

Die Jahrhunderte alte Technik der Schraffur schafft Plastizität und Räumlichkeit durch das Überlagern und Anordnen von Linien in bestimmten Dichtegraden.
Wird dieses Prinzip nun auf die Musik übertragen, entstehen musikalische Gesten aus differenzierter Anordnung von Linien – ausschließlich Linien. Das Erzeugen von Bewegungen anhand diskontinuierlicher Tonhöhenverläufe wird gänzlich aufgegeben, an deren Stelle treten kontinuierliche Verläufe – die vielfache Überlagerung von Linien verschiedenster Gestalt erzeugt Klanggesten von ausdrucksstarker Körperlichkeit und haptischer Qualität.

Auch Linien atmen.

Das Akkordeon, das klangliche Zentrum in schraffur, ist ein atmender Körper. Das Öffnen und Schließen des Balges erlaubt die einfachste Artikulationsmöglichkeit, nämlich das An- und Abschwellen des Tones. Auch Linien atmen. Wird eine Linie gezogen, manifestiert sich in ihr die Energie des Aufeinandertreffens von Stift und Papier, so wie der Musiker durch seine körperliche Anstrengung die Luft zum Schwingen bringt.
—Hannes Kerschbaumer, 2017

Hannes Kerschbaumer ist Preisträger des Erste-Bank-Kompositionspreises 2017.



Hannes Kerschbaumer — schurf

Die Werke der schurf-Serie weisen eine grundlegende Idee auf, nämlich die klangliche Erforschung einer einfachen auf- oder absteigenden Linie. mehr

23 September 2017
19.30 Uhr
Bruneck, Kaserne Enrico Federico Transart Festival Schwarzes Licht UA

Simone Movio — Logos III
Hannes Kerschbaumer — schraffur

Alexander Kaiser — Schwarzes Licht
UA des 1. Teiles

Noa Frenkel, Alt
Daniel Gloger, Countertenor
Krassimir Sterev, Vierteltonakkordeon
Dirigent: Bas Wiegers

20 September 2017
20.30 Uhr
Parma, Teatro Farnese Traiettorie irradiazione UA UA

Gérard Grisey — Solo pour deux
Simone Movio — Logos III UA
Liza Lim — Wild winged-one
Hannes Kerschbaumer — schraffur UA
Beat Furrer — linea dell’orizzonte

Bernhard Zachhuber, Klarinette
Anders Nyqvist, Trompete

Kevin Fairbairn, Posaune
Krassimir Sterev, Vierteltonakkordeon
Dirigent: Bas Wiegers

22 November 2017
19.30 Uhr
Wiener Konzerthaus, Mozart-Saal Wien Modern schraffur /Erste Bank Kompositionspreis UA EA EA

Der 1981 in Brixen/Südtirol geborene, in Innsbruck lebende Hannes Kerschbaumer ist Erste Bank Preisträger 2017. Zwei seiner insgesamt vier heuer im Festival zu hörenden Werke stehen auf dem Programm des Preisträgerkonzerts – an der Seite von Griseys großartigen „Vier Liedern, um die Schwelle zu überschreiten”. (Wien Modern)

Gérard Grisey — Quatre chants pour franchir le seuil
Hannes Kerschbaumer — schraffur EA
     — schurf I UA
Beat Furrer — Kaleidoscopic Memories EA

Katrien Baerts, Sopran
Sophie Schafleitner, Violine
Uli Fussenegger, Kontrabass
Krassimir Sterev, Vierteltonakkordeon
Peter Böhm, Klangregie
Dirigent: Emillio Pomàrico

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